PUERTO MADRYN
CALETA VALDES
Einer der besten Plätze an der Küste Patagoniens, wo man Seeelefanten beobachten kann, ist die kleine Bucht Valdés, die sogenannte Caleta Valdés.
Sie befindet sich auf der Westseite der Halbinsel Valdés. Um von Pirámides dorthin zu gelangen, muss man die Provinzroute Nr. 2 nehmen. Man fährt diese Schotterstrasse entlang bis man zum Leuchtturm Punta Delgada kommt. Dort biegt man nach links ab und fährt nochmals 40 km.
Caleta Valdés ist ein dünner Streifen mit einer Länge von 30 Kilometer, der fast vollständig ein Stück Meer einschliesst. Dieses Stück ist nur über eine kleine Öffnung mit dem umgebenden Ozean verbunden.
Dort fliesst das Wasser je nach Flut und Ebbe.
Diese Mündung hatte Jahre zuvor eine Öffnung von 600 Metern, aber seit 8 Jahren schliesst sich diese Stück für Stück. Heute ist diese Öffnung nur mehr 150 Meter breit. Das Landstück wandert Richtung Süden und laut der Studien, die in dieser Region unternommen wurden, schätzt man, dass es sich Ende des gegenwärten Jahres mit dem Kontinent vereint.
Wenn das passiert, gibt es zwei Möglichkeiten: entweder kann eine kontinentale Lagune mit Salzwasser entstehen oder durch Erdbewegungen und Erosion entsteht an einem Schwachpunkt eine neue Öffnung.
Die steinigen Strände dieser Bucht sind auf natürliche Art, durch die hohen und steilen Klippen, vom Rest der Region abgeschlossen. Hier verbringen die Seeelefanten einen wesentlichen Teil ihres Lebens.
Zu Beginn des Monats August kommen die ersten Männchen an Strände, wie die oben beschriebenen.
Nachdem sie einen Abschnitt vom Strand unter Beschlag genommen haben, versammeln sie soviele Weibchen wie möglich, um Harems zu gründen. Während der Fortpflanzungszeit ernähren sich die Männchen nicht und zehren von ihren Fettreserven, die sie im hohen Meer angesammelt haben.
Die meiste Zeit verbringen sie damit, ihre Weibchen vor den Anäherungsversuchen anderer Männchen zu verteidigen. Die Weibchen kommen trächtig an den Strand und gebären ein Junges von intensiv schwarzer Farbe, das wie ein Schaf blöckt.
Das Junge wird drei Wochen lang gesäugt; es wächst sehr schnell, dank des hohen Fettgehalts in der Muttermilch. Nach dem Abstillen beginnt neuerlich die Brunftzeit der Weibchen.
Während sie ihr Fell wechseln, gehen sie nicht ins Meer. Sie bleiben untätig und liegend an den Stränden. Das alte Fell weist auffallende braune Flecken auf und das Neue hat graue Flecken.
Die Caleta beherbergt auch zahlreiche Poplationen von Magelanpinguinen, die ihre Höhlen auf der Landzunge bauen, welche die Lagune vom offenen Meer trennt.
In diesen Gewässern wimmelt es von Schwertwalen, die immer auf der Suche nach Beute wie Seeelefanten, Seelöwen oder eventuell auch Pinguine sind.
Die starke touristische Werbung dieser Gebiete, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene, muss mit dem Schutz der natürlichen Ressourcen übereinstimmen.
Da es nur sehr wenige Parkwächter gibt, ist es schwer eine strenge Kontrolle über die Gruppen von Touristen zu haben, die zu den Stränden hinabwandern, um die Seeelefanten zu fotografieren.
Dieses Reservat bietet eine einzigartige Gelegenheit den Grossteil des Lebenszyklus der Meeressäuger in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.
KURZE GESCHICHTE
Die ersten Ureinwohner dieser Halbinsel waren die Tehuelches. Bei der Caleta Valdés jagten sie Guanacos und Coiques; ausserdem fischten sie hier und sammelten Meeresfrüchte.
Caleta Valdés wurde vielleicht zum ersten Mal von Hernando Magellan gesehen, als er die Halbinsel Valdés und den Neuen Golf im Jahre 1520 entdeckte. Sie wurde 1778 wiederentdeckt und 1810 von den Bewohnern von Fuerte San José und Fuentes de Villarino erforscht.
Im 18. Jahrhundert zogen verschiedene Expeditionen hier vorbei, aber die ersten, welche 1779 eine Landkarte erstellten, waren die Teilnehmer der Expedition von Alexander Malaspina.
Eine Expedition im Jahre 1895, unter der Führung von Juan Martínez de la Concha und José de la Peña, welche an Bord des Briggs Nuestra Señora del Carmen in Caleta Valdés ankamen, beendete die Bearbeitung der Karte.
WAS KANN MAN SEHEN?
Die Öffnung der Caleta verfügt über einen sehr schönen Aussichtspunkt am selben Weg (Achtung: man darf sich nicht zu sehr dem Steilhang nähern, da es hier stellenweise zu Abrutschen kommen kann).
Im Süden der Mündungsstelle befindet sich das Tierreservat von Punta Cantor, wo man die Bucht und die Öffnung bewundern kann.
In diesem Reservat kann man sehr gut Seeelefanten, Füchse und Gürteltiere beobachten.
FAUNA
Bei der Caleta und auf den Inseln gibt es grosse Herden von Guanacos, Gruppen von Pampashasen, Gürteltiere, Coiques, Füchse und andere Säugetiere; ausserdem gibt es Adler, Falken, Eulen und andere Landvögel.
Auf der Insel Pingüino gibt es eine Kolonie von Nestern der Magelanpinguinen, welche auch zu den Kolonien am äusseren Ende und auf der Inneren Seite der Caleta gehören.
Auf der Insel Pingüino gibt es auch andere Spezien, welche hier ihre Nester im Frühling bauen: Reiher "Hexe" (Nycticorax nycticorax), eine Entenspezie (Leucocephalus sp.), Austern (Ostralegus sp.), Chimangos (Milvago chimango).
Auf einigen Inseln und auf der äusseren Küste befinden sich hier im Frühling und im Sommer die Posten der Seeelefanten des Südens; während in der kleinen Bucht und an der äusseren Küste Wale, Seelöwen und Schwertwale zu sehen sind.
Es gibt sehr viele Reptilien, besonders Eidechsen des Generus Liolaemus, die während des Frühlings und Sommers eine besonders hervorragende Färbung aufweisen.
Ein sehr verbreitetes Reptil in dieser Zone ist die Schlange Yarará Ñata (Bothrops ammodytoides). Diese Spezie ist giftig. Sie ist schüchtern, aber wenn man sie belästigt, kann sie den Angreifer beissen. Diese Spezie ist nicht länger als 60 cm. Sie besitzt einen dreieckigen Kopf und eine abstehende Schnauze, welche ihr den Namen verleiht. Ihre Farbe ist normalerweise von klarem Braun und der Rücken weist unregelmässige dunkelbraune Flecken auf, welche manchmal eine zickzack förmige Linie bilden.
Wenn man von einer Schlange gebissen wird, ist es besser die Wunde nicht zu berühren und auch nicht abzubinden. Man muss die Schlange identifizieren ohne sie zu berühren, schnellstens einen Parkwächter aufsuchen und ins Hilfszentrum nach Puerto Pirámides oder Puerto Madryn fahren. In dieser Zone gibt es Gegengift.
Die Insel der Caleta Valdés hat ein ganz besonderes Merkmal: sie sind der einzige Ort in ganz Patagonien, wo nie Schafe eingeführt wurden.
FLORA
Die Region wurde als Buschsteppe mit Schinus Poligamus (Molle) und Lycium chilense (Piquillín) charakterisiert, die insgesamt eine Fläche von 40% bedecken.
Die vorherrschenden Gräser sind: tenuis, Stipa neaei, Stipa speciosa und Stipa humilis, aber es gibt auch andere Spezien wie Poa ligularis und Plantago patagónico.
Man kann diese Zone mosaikförmig in 7 verschiedene Umwelttypen unterteilen, wo man folgende Spezien finden kann: Schinus johnstonii, Atriplex sagittifolium, Chuquiraga avellanedae, Ephedra ochreata, Suaeda divaricata, Chuquiraga erinacea, Cyclolepis genistoides, Aphanostelma candolleanum, und noch nicht identifizierte Moose und Flechten.
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