FAUNA AN PUERTO MADRYN
SEEELEFANTEN
Die Halbinsel Valdés bietet Möglichkeiten Meereselefanten (Mirounga leonina) beobachten zu können, ohne zu weit abgelegenen Inseln fahren zu müssen. Hier befindet sich der einzige kontinentale Beobachtungsposten dieser Spezie.
Die Spezie der Meereselefanten des Südens lebt in der Antarktis und besitzt eine Poplation von geschätzten 700 Tausend Individuen. 20 Tausend davon kommen zwischen August und März zur Halbinsel Valdés, um sich fortzupflanzen und zu häuten.
Sie gehören zur Familie der Fócidos und unterscheidet sich von den anderen Flossenfüsser durch das Fehlen der Ohrmuschel; ausserdem sind seine Hinterfüsse nach hinten gerichtet und kann sich an Land nur robbend fortbewegen.
Die Männchen unterscheiden sich von den Weibchen, da ihre Nase die Form eines Rüssels besitzt; ausserdem werden sie bis zu fünf Meter lang und wiegen zwischen 3 und 4 Tonnen. Die Weibchen erreichen kaum 3 Meter und wiegen weniger als eine Tonne.
Die Jungen wiegen bei Geburt 45 Kilos und sind schwarz; aber nach den ersten 23 bis 30 Tagen der Stillzeit werden sie grau und sie wiegen nun zwischen 250 bis 300 Kilos.
Ende März kommen die ersten Männchen, um ihren Harems zu gründen. Die Weibchen kommen Anfang September zur Küste und schon fünf Tage danach kommen die ersten Jungen zur Welt.
Während der Stillzeit fastet die Mutter und verbraucht ihre gesamte Fettreserve. Nach dem Abstillen schwimmen die Elefanten ins Meer hinaus, um sich zwei Monate lang zu ernähren.
Die Meereselefanten tauchen bis zu 400 Meter Tiefe und erreichen auf ihrer Suche nach Futter manchmal bis zu 1500 Meter. Die elefanten verbringen 90% während ihres Meeraufenthaltes unter Wasser. Nach Dezember kommen sie für fünf Monate zur Küste, um sich zu häuten.
SEELÖWEN - "LOBO MARINO DE UN PELO"
Diese Spezie von Seelöwen (Otaria flevescens) lebt an den atlantischen und pazifischen Küsten, vom Süden Brasiliens bis Peru und in Patagonien das ganze Jahr über auf der Halbinsel Valdés.
Es ist ein Flossenfüsser und gehört zur Familie der Otaridos; sie bewegen sich an Land mit ihren Vorder- und Hinterflossen.
Die Männchen sind dunkelbraun und unterscheiden sich von den Weibchen durch ihre Mähne. Sie erreichen eine Grösse von 2,3 Meter und können bis zu 350 Kilo wiegen. Die Weibchen werden nur 1,8 Meter gross und haben ungefähr 100 Kilo.
Die Jungen, die in den letzten Dezembertagen bis ende Jänner zur Welt kommen, sind schwarz. Die blöcken ähnlich den Schafen und wiegen ca. 13 Kilo. Nach einem Jahr stillen, erreichen sie etwa ihr doppeltes Gewicht.
Die Seelöwen haben nur eine Kurze Wanderbewegung zwischen den Posten im Neuen Golf und der Halbinsel Valdés. Während der Fortpflanzungszeit ziehen die Männchen zur Punta Pirámides, nahe bei Puerto Pirámides und Punta Norte. Ausserhalb der Fortpflanzungszeit, zwischen April und November, werden die Tiere auch an anderen Posten gesichtet.
Einer der wichtigsten Posten ist der Seelöwenplatz, "la Lobería", bei Punta Loma (Provinzreservat), welcher 17 Kilometer von Puerto Madryn entfernt liegt. An diesem Platz befinden sich das ganze Jahr über nicht fortpflanzungsfähige Tiere und ab April alle Seelöwen, die von Puerto Pirámides hierher kommen.
SEEVÖGEL
Die Halbinsel Valdés ist eine der Hauptstätten an der patagonischen Küste für Meeresvögel. Diese Region bietet eine Vielfalt an Spezien und eine reichhaltige Fauna.
Auf der Isla de los Pajaros, Insel der Vögel, gibt es eine Vielfalt sehr wichtiger Vögel.
Letzten Forschungen zufolge wurden auf dieser Insel sechs Meeresspezien und Nistvögel der Küste identifiziert: Magelanpinguin (Spheniscus magellanicus), Komoran mit schwarzem Hals (Phalacrocorax magellanicus), Biguá (Phalacrocorax olivaceus), Möwen (Larus dominicanus), weisse Reiher (Casmerodius albus) und Hexenreiher (Nycticorax nycticorax).
GUANACO
Das Guanaco (Lama guanicoe) ist eine südamerikanische Wildkamelidenart von grosser Grösse und weiter Verbreitung. Es besiedelt die merkwürdigsten Plätze der Welt: von den warmen und windigen Hochebenen des peruanischen Südens bis zu den kalten und halbtrockenen Steppen Patagoniens in Argentinien.
Vor ungefähr achttausend Jahren bis zum Kontakt mit den Europäern war dieses Tier ein wichtiges Mittel für den Lebensunterhalt der indigenen Bevölkerung.
Die Figur des Guanacos war eines der vorherrschenden Motive in der ländlichen Kunst.
Heute ist diese Spezie auf dem amerikanischen Kontinent nicht mehr vor dem Aussterben bedroht. Dennoch wurde der Bestand dieser Tiere durch Jagd und Veränderungen im natürlichen Lebensraum stark eingeschränkt.
Diese Tatsache liess verschiedene Programme zum Schutz der Tiere entstehen.
Ein erwachsenes Guanaco wird bis zu 1,75 m gross und wiegt zwischen 80 und 120 Kilos. Sie haben an den Sohlen ihrer Pfoten eine Art Kissen und vermeiden so eine Zerstörung der Bodenvegetation. Seine Lippen sind sehr beweglich und sensibel und erlauben ihm verholzte und dornige Vegetation auszusortieren.
Die Paarungszeit ist zwischen November und Februar, nach der Geburt der Jungen. Bei Geburt wiegen die Jungen zwischen 8 und 15 Kilo. Das Guanaco ist ein Tagestier mit besonderem sozialen Verhalten.
Es gibt Gruppen von Familien, die aus 2 bis zu 30 Mitgliedern bestehen. Das Fell der Tiere ist braun mit rötlichem Schimmer. Im Bereich der Lippen und im inneren Bereich der Beine ist das Fell heller. Man kann in diesen Reservaten sehr gut Guanacos beobachten, besonders in Valdés und Tombo.
Man schätzt, dass es ca. 600 Tausend Guanacos in Südamerika gibt. 94% davon leben in Argentinien, 5% in Chile und 1% in Peru und Bolivien. Der grösste Bestand befindet sich im äussersten Süden Patagoniens.
Jüngste Forschungen ergaben, dass es ca. 12.400 Guanacos im Nordosten von Chubut gibt, mit einer durchschnittlichen Dichte von einem Guanaco pro Quadratkilometer. Man schätzt, dass es auf der Halbinsel Valdés ca. 2.200 Tiere auf einer Fläche von 4.000 Quadratkilometer gibt.
DER CHOIQUE
Der Choique (Pterocnemia pennata) ist ein grosser Vogel, den man fast immer beobachten kann, wenn man auf den Wegen der Halbinsel Valdés unterwegs ist. Es ist einer der zwei amerikanischen Straussarten, der im Vergleich zu seinen afrikanischen Verwandten drei Zehen statt nur zwei besitzt.
Der Choique ist unverwechselbar. Dieser Vogel ist ein guter Läufer, der die patagonischen Steppen bewohnt. Er wird bis zu 1,10 Meter gross und ist kleiner als der Nandu mit langen Beinen und langem Hals, kleinem Kopf; seine Flügel und der Schwanz sind mit starren Federn besetzt.
Sein Kopf, der Hals und die Brust sind von grau - bräunlicher Farbe. Im Gegensatz zum Nandu ist seine obere Brust mit Federn bekleidet. Man kann diesen Vogel in Gruppen beobachten. Er ist poligam und das Männchen brütet die riesigen Eier aus und bewacht diese strengstens.
Das Nest wird auf dem Boden zubereitet. Hier werden viele cremefarbenen Eier abgelegt, die hier ausgebrütet werden. Die "Charitos" folgen ihrem Vater fast den ganzen Sommer. Im Winter werden gemischte Gruppen geformt, die nun aus Männchen ,Weibchen und Jungen bestehen.
DER GRAUE FUCHS
Der graue Fuchs (Pseudalopex griseus) ist eine südamerikanische Canidenart, die in der Busch- und Strauchzone der patagonischen Steppe leben. Er hat lange und sehr scharfe Zähne, die auch "Fleischermesser" genannt werden und zum Teilen der Beute dienen.
Obwohl er Fleischfresser ist, ist seine Ernährung sehr vielfältig; Früchte und Insekten sind sehr wichtige Bestandteile seiner Kost, besonders während jener Jahreszeiten, wo es nicht viele Nagetiere gibt und er auch keine Vögel fangen kann.
Er wiegt nicht mehr als 4 Kilo und ist ungefähr 90 Zentimeter lang. Er besitzt einen prächtigen Schwanz von brauner Farbe auf seiner Bauchseite, der Rest ist schwarz. Die Schnauze ist spitz und seine Ohren sind dreieckig und gross.
Die Fortpflanzungszeit dieser Füchse beginnt im August. Nur im Spetember und Oktober kann man Weibchen und Männchen zusammen sehen. Nach 58 Tagen Trächtigkeit kommen in den ersten Novembertagen zwischen 3 und 5 Welpen zur Welt, die ihrer Mutter während des ganzen Sommers und in den ersten Monaten des Herbstes folgen.
Auf der Halbinsel Valdés kann der graue Fuchs sehr gut in der Nähe des Wohnbereichs der Parkwächter beobachtet werden. Sie nähern sich diesen, da sie sich geschützt fühlen und wohl auch wegen der extra Ration Nahrung.
ANDERE SPEZIEN
Andere Spezien, die Puerto Madryn und die Halbinsel Valdés bewohnen, sind der patagonische Pampahase, der patagonische Schwimmvogel, der Geierfalke, der Cauquén, der Nachtreiher und der Komoran mit schwarzem Hals, die Kochmöwe, der weisse Reiher, Austern, der Goldkiebitz und der Teruteru.
INFORMATIONEN ÜBER DIE SAISON DER FAUNA
Die Saison der Tierbeobachtung ist wie folgt:
Vögel allgemein: das ganze Jahr.
Wale: von Mai bis Dezember.
Seeelefanten: das ganze Jahr.
Seelöwen: das ganze Jahr.
Pinguine: von Oktober bis März.
Thunfische: von April bis Dezember.
Dunkle Delphine: von Dezember bis März.
Schwertwale: von Jänner bis April und von Oktober bis Dezember.
Unter der Fauna an Land kann man das ganze Jahr über folgende Tiere beobachten:
Geierflaken, Choiques, Guanacos, Pampahasen und den grauen Fuchs.
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